• Florian Krumböck

Radlberg soll Nahversorger bekommen

In der Landeshauptstadt St. Pölten wird der Flächenwidmungsplan geändert. Was technisch und wenig aufregend klingt, kann jedoch für den Stadtteil Radlberg neue Chancen eröffnen. Mit "Hübscher Wohnen" soll aus dem bisherigen Flohmarkt-Areal ein gemischt genutztes Stadtteilzentrum werden, das auch einen Nahversorger beinhaltet. Hier ein Überblick über die geplanten Änderungen für Radlberg.



Aus technischer Sicht soll in Unterradlberg eine Umwidmung von Bauland-Betriebsgebiet auf Bauland-Betriebsgebiet emissionsarm (60/50 dBA) und Bauland-Kerngebiet für nachhaltige Bebauung mit einer maximalen Geschoßflächenzahlen von 1,5 mit Baulandsicherungsvertrag erfolgen.


Hinter diesen Widmungskategorien verbergen sich 113 Wohneinheiten im westlichen Teil des bisherigen Areals. Im östlichen Teil sollen ein Nahversorger, ein Motel, ein Parkhaus und weitere kleine Gewerbeeinheiten entstehen. Laut Projektunterlagen des Entwicklers soll das Areal unter dem Titel "Hübscher Wohnen" die "Rolle eines neuen Zentrums für Unterradlberg" einnehmen.



Die Widmung als emissionsarmes Betriebsgebiet soll negative Auswirkungen auf die geplanten Wohneinheiten zusätzlich zum Straßen- und Bahnlärm vermeiden. Zusätzlich müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein, bevor der Wohn-Teil des Projekts gebaut werden darf, womit dieses Gebiet zur sogenannten Aufschließungszone wird.

  • Herstellung der erforderlichen Lärmschutzanlagen in Verbindung mit künftigen Hauptgebäuden auf der als Bauland Betriebsgebiet Emissionsarmer Betrieb (BB*ema) gewidmeten Fläche südöstlich der Aufschließungszone.

  • Einhaltung der Verordnung über die Bestimmung des äquivalenten Dauerschallpegels bei Baulandwidmungen.

"Die Höhe der geplanten baulichen Strukturen [im Betriebsgebiet soll] so gewählt werden, dass diese von Osten nach Westen abnehmen, wodurch ein baulicher Lärmschutz für das Bauland Kerngebiet entsteht. Durch zusätzliche schallschutztechnische Maßnahmen sollen negative Auswirkungen auf das angrenzende Bauland Kerngebiet für nachhaltige Bebauung verhindert werden", ist dazu im Bericht über die angedachte Flächenwidmungsänderung zu lesen.



Die Verkehrsanbindung des Areals soll zum einen über den öffentlichen Verkehr erfolgen, der eine halbstündige Anbindung über die Stadtbuslinien 4 & 8 sowie einen Anschluss an die S-Bahn-Strecke der ÖBB umfasst. Ebenfalls angeführt wird die Anbindung an den Traisentalradweg als Verbindung nach St. Pölten oder Herzogenburg.


Was den Individualverkehr betrifft, so geht der Bericht sogar von einer theoretischen Verkehrsberuhigung an Wochenenden aus, an denen aktuell der Flohmarktbetrieb stattfindet. Hier wird aktuell von ca. 2.200 Fahrten auf Basis einer Zählung aus 1996 an Wochenendtagen ausgegangen. Bei der neuen Nutzung wird mit einer Zahl von 550-706 Fahrten pro Tag gerechnet.


Die Bewohnerinnen und Bewohner, Nutzerinnen und Nutzer des Motels sowie Kundinnen und Kunden des Nahversorgers und der Gewerbeeinrichtungen sollen zukünftig über 236 PKW-Stellplätze verfügen, wobei 153 im angebauten Parkhaus, 53 in einer Tiefgarage und 30 Stellplätze im Freien situiert sind. Dazu kommen noch 128 Fahrradabstellplätze.


Ebenfalls geplant ist eine Aufweitung des Heidewegs nahe der Kreuzung mit der Bahn. Der Bericht hält dazu fest, dass die "Aufweitung so gewählt wurde, dass selbst bei einem haltenden Bus im Heideweg ein Einfahren eines Busses möglich ist".


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Alle Informationen und Bilder, die in diesem Artikel verwendet wurden, stammen aus den Unterlagen zur Änderung des Flächenwidmungsplans, die auch auf der Homepage der Stadt St. Pölten zu finden sind. Alle St. Pöltnerinnen und St. Pöltner können zu den geplanten Änderungen noch bis 3. Oktober 2022 Stellungnahmen abgeben und sich damit an der Stadtentwicklung beteiligen.


Für die Volkspartei St. Pölten betreut Klubobmann Florian Krumböck die Fragen rund um die Änderungen der Flächenwidmung und Stadtentwicklung. Sie erreichen ihn mittels Klick auf den Button:


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