• Florian Krumböck

Kultur: 2024 bringt "Tangente St. Pölten"

St. Pöltens Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2024 "waren zu gut für die Schublade", wie Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte. Aus diesem Grund setzen Land und Stadt 2024 einen eigenen Kunst- und Kulturschwerpunkt in St. Pölten mit dem Titel "Tangente St. Pölten" um. Geplant sind darstellende und bildende Kunst, Performances, Lesungen und Musik.


(c) Josef Vorlaufer

St. Pölten international positionieren

„Die Ziele, die wir damit verfolgen, sind, Niederösterreich und seine Landeshauptstadt noch stärker auf der internationalen Landkarte zu positionieren sowie ein deutliches Signal der Weltoffenheit und ein klares Bekenntnis dafür abzugeben, dass Kultur gerade auch in schwierigen Zeiten ein Brückenbauer, ein starker Motor für Innovationskraft und eine reichhaltige Quelle für Ideenreichtum ist“, betonte bei der Präsentation die Landeshauptfrau.


"Wir wollen mit dem Titel 'Tangente' eine gedankliche Linie von Wien nach Salzburg, vielleicht sogar nach München ziehen", meinte der künstlerische Leiter Christoph Gurk. Man wolle berühren, es solle "keine elitäre Veranstaltung" sein. Für Titel und Corporate Design zeichnet die Berliner Agentur Double Standards verantwortlich, die als Siegerin aus einem geladenen Wettbewerb hervorgegangen ist.


Klima, Gedenkkultur und Demokratie als Schwerpunkte

Drei Themenkomplexe stehen laut Gurk im Vordergrund: Das Festival beschäftigt sich mit der Geschichte St. Pöltens als Ort der Industriekultur und mit Möglichkeiten einer Stadtentwicklung in Zeiten von Klimawandel und Debatten um Ökologie und Nachhaltigkeit. Die Sanierung der ehemaligen Synagoge sei Anlass und Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur, Antisemitismus und struktureller Benachteiligung von Menschen mit postmigrantischer Biografie und Fluchterfahrung. Drittes Thema ist die Krise der Demokratie.


Kunstparcours & Workshop-Angebote

Geplant ist u.a. ein Kunstparcours, der an bekannte und weniger bekannte Orte in St. Pölten führt. Im Rahmen von soziokulturellen und partizipativen Projekten sollen sich Menschen aus der Region einbringen können. Als Spielstätten sollen u.a. auch öffentliche Plätze und leere Geschäftslokale fungieren. Workshop-Angebote an Schulen werden demnächst verschickt, am 22. April werden die Pläne im Sonnenpark vorgestellt. Im Frühjahr 2023 sollen erste Highlights von Kooperationspartnern wie Landestheater und Festspielhaus präsentiert werden, das gesamte Programm wird im Herbst 2023 veröffentlicht.


Das Vermögen von Kunst und Kultur sei es, so Mikl-Leitner weiter, offene Diskussionen zuzulassen und unterschiedliche Zugänge zu einen: „Damit schaffen Kunst und Kultur Werte wie Weltoffenheit, Toleranz, Demokratie, Friede und Freiheit – Werte, die in Niederösterreich stark ausgeprägt sind und die wir im Rahmen des neuen Festivals weiter stärken wollen“.




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